Warum gute Fotos so wichtig sind
Bei einer Online-Begutachtung sind wir auf Ihre Fotos angewiesen, um Material, Zustand und handwerkliche Details zu erkennen. Klare, gut beleuchtete Aufnahmen ermöglichen uns eine präzisere Einschätzung und sparen Ihnen Zeit bei der späteren Vor-Ort-Begutachtung.
Was wir auf Ihren Fotos prüfen
Damit Sie verstehen, warum bestimmte Aufnahmen so wichtig sind, hier ein Blick über unsere Schulter. Bei einer Foto-Bewertung arbeiten wir vier Punkte ab:
- Materialbestimmung. Ist die Teekanne massives Silber oder versilbert? Das verrät oft eine winzige Punze am Boden. Ohne scharfe Nahaufnahme dieser Stelle bleibt die Einschätzung vage.
- Altersbestimmung. Werkzeugspuren, Verarbeitungstechnik und die Art der Alterung grenzen die Entstehungszeit ein. Eine Teppichrückseite sagt uns mehr über das Alter als die Vorderseite.
- Zustandsprüfung. Risse, Restaurierungen, Mottenschäden, fehlende Teile. Je ehrlicher die Fotos, desto verlässlicher unsere Ersteinschätzung und desto seltener gibt es beim Hausbesuch Überraschungen.
- Echtheitsindizien. Signaturen, Punzen, Knüpfmuster und Malweise vergleichen wir mit Referenzstücken. Manchmal genügt ein einziges gutes Detailfoto, um eine Fälschung auszuschließen.
Kurz gesagt: Jede Regel in diesem Ratgeber existiert, weil eine bestimmte Information sonst fehlt. Wenn Sie wissen wollen, worauf es bei einzelnen Objektgruppen inhaltlich ankommt, helfen unsere Ratgeber zu Orientteppichen, osmanischem Silber und orientalischen Antiquitäten.
Die 5 wichtigsten Regeln
1. Natürliches Tageslicht nutzen
Vermeiden Sie Blitzlicht – es erzeugt harte Reflexionen auf glatten Oberflächen wie Glas, Porzellan oder poliertem Silber. Stellen Sie das Objekt tagsüber in die Nähe eines Fensters, aber nicht in direktes Sonnenlicht.
2. Neutraler Hintergrund
Ein farbenfroher Hintergrund lenkt vom Objekt ab und kann Farben verfälschen. Nutzen Sie eine weiße Wand, ein helles Bettlaken oder einen einfarbigen Tisch.
3. Übersichts- und Detailaufnahmen
Wir benötigen immer beide Perspektiven:
- Gesamtansicht: Das ganze Objekt inklusive Proportionen
- Detailaufnahmen: Besondere Muster, Verzierungen, handwerkliche Details
- Marken & Signaturen: Stempel, Künstlerzeichen, Herstellermarken
- Rückseiten: Bei Gemälden, Porzellan oder Möbeln
4. Größenvergleich ermöglichen
Auf Fotos ist oft schwer zu erkennen, wie groß ein Objekt tatsächlich ist. Legen Sie einen bekannten Gegenstand daneben oder schreiben Sie die Maße in die Nachricht.
5. Mängel dokumentieren
Transparenz spart allen Beteiligten Zeit. Zeigen Sie Beschädigungen, Reparaturen oder Abnutzungsspuren deutlich. So können wir den Zustand realistisch einschätzen.
Tipps nach Objektkategorie
Teppiche & Textilien
Besondere Anforderungen für textile Kunst
- Den Teppich komplett auslegen und von oben fotografieren
- Ecken und Kanten zeigen (Abnutzung, Fransen)
- Rückseite nicht vergessen (Knotendichte erkennen)
- Bei Mustern: Nahaufnahme des typischsten Motivs
Silber, Gold & Schmuck
Lichtreflexionen professionell handhaben
- Indirektes Licht vermeidet Spiegelungen
- Stempel und Punzen extrem nah und scharf fotografieren
- Bei Schmuck: Von allen Seiten und angelegt (wenn tragbar)
Gemälde & Graphik
Farbtreue und Details entscheidend
- Im rechten Winkel zum Bild fotografieren (keine Verzerrung)
- Rahmen abnehmen, wenn möglich
- Signatur und Rückseite nicht vergessen
Keramik & Porzellan
Glasur und Bodenmarken im Fokus
- Boden mit Marke oder Signatur immer mitfotografieren
- Glasur schräg gegen das Licht aufnehmen, so werden Haarrisse sichtbar
- Bei Iznik-Stil: Nahaufnahme der roten Farbpartien, echtes Bolusrot ist erhaben
- Chips und Restaurierungen nicht verstecken
Bücher & Manuskripte
Vorsicht beim Handling
- Einband, Titelblatt und Kolophon (Schlussseite) fotografieren
- Eine typische Doppelseite mit Text oder Illumination zeigen
- Brüchige Seiten nicht flach drücken, lieber schräg fotografieren
- Bei arabischen Handschriften: Stempel und Besitzvermerke sind wichtig
Die häufigsten Foto-Fehler
Diese fünf Fehler sehen wir in Anfragen immer wieder. Alle sind in einer Minute vermeidbar:
| Fehler | Warum es die Bewertung erschwert | Besser so |
|---|---|---|
| Blitz auf Silber oder Glas | Reflexionen überstrahlen Punzen und Gravuren | Tageslicht am Fenster, Blitz aus |
| Teppich bleibt zusammengerollt | Muster, Format und Zustand nicht erkennbar | Komplett auslegen, von oben fotografieren |
| Nur ein einziges Foto | Rückseite und Details fehlen für jede seriöse Aussage | 5 bis 8 Aufnahmen nach unserer Checkliste |
| Unscharfe Nahaufnahmen | Gerade Marken und Signaturen brauchen Schärfe | Hand aufstützen, auf die Marke tippen (Fokus), mehrfach auslösen |
| Objekt vorher poliert | Entfernte Patina erschwert die Altersbestimmung und mindert oft den Wert | Im gefundenen Zustand fotografieren |
Smartphone-Tipps
Kameraeinstellungen
- HDR-Modus bei hohem Kontrast
- Makro-Modus für Detailaufnahmen
- Manuellen Fokus für maximale Schärfe
Stabilität & Position
- Auf Stativ oder feste Unterlage legen
- Im rechten Winkel zum Objekt positionieren
- Zwei-Hand-Haltung gegen Verwackeln
So geht es nach dem Absenden weiter
Nach dem Eingang Ihrer Fotos sichten wir die Aufnahmen und melden uns innerhalb von 24 Stunden. Entweder mit einer konkreten Ersteinschätzung oder mit gezielten Rückfragen, etwa nach einem zusätzlichen Detailfoto der Punze. Bei interessanten Objekten vereinbaren wir einen kostenlosen Besichtigungstermin bei Ihnen, denn die endgültige Bewertung passiert immer am Original.
Sie gehen dabei keine Verpflichtung ein. Auch wenn Sie sich gegen einen Verkauf entscheiden, kostet die Einschätzung nichts. Und falls die Fotos aus einer geerbten Wohnung stammen: Wir bewerten auf Wunsch gleich den gesamten Nachlass bei einem einzigen Termin.
Ihre Fotos sind bereit?
Senden Sie uns Ihre Aufnahmen für eine unverbindliche Erstbewertung. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer fachlichen Einschätzung.
Kostenlose Foto-Begutachtung • Schnelle Rückmeldung • Keine Verpflichtung
Häufige Fragen
Reichen Handy-Fotos aus?
Moderne Smartphones liefern bei gutem Licht ausgezeichnete Ergebnisse. Wichtig ist nicht die Kamera, sondern die Beachtung der Grundregeln: Licht, Hintergrund und Perspektive.
Wie viele Fotos sollte ich schicken?
Qualität vor Quantität. 5-8 gut gewählte Aufnahmen (Gesamtansicht, Details, Marken, Rückseite, Mängel) sind meist ausreichend.
Soll ich das Objekt vorher reinigen oder polieren?
Nein. Fotografieren Sie das Stück im gefundenen Zustand. Patina ist bei Silber und Bronzen ein Altersnachweis, unsachgemäßes Polieren kann den Wert dauerhaft mindern. Nur grober Staub darf mit einem trockenen, weichen Tuch entfernt werden.
Kann ich statt Fotos auch ein Video schicken?
Ja, per WhatsApp gerne. Ein kurzes Video hilft besonders bei Teppichen und großen Objekten, weil es Proportionen und Oberflächen besser zeigt. Ideal ist die Kombination aus wenigen scharfen Fotos und einem Video von 30 bis 60 Sekunden.
Was passiert mit meinen Fotos?
Ihre Fotos werden ausschließlich für die Bewertung verwendet und nicht weitergegeben. Kommt kein Ankauf zustande, werden sie gelöscht. Details stehen in unserer Datenschutzerklärung.
Ich habe sehr viele Objekte aus einer Verlassenschaft. Muss ich alles fotografieren?
Nein. Fotografieren Sie zunächst Übersichtsaufnahmen der Räume und die auffälligsten Einzelstücke wie Teppiche, Silber und Bilder. Bei ganzen Nachlässen kommen wir zur kostenlosen Gesamtbewertung vor Ort, das ist meist einfacher als hundert Einzelfotos. Mehr dazu im Ratgeber Verlassenschaft auflösen in Wien.
Über den Autor
Unser Team verfügt über langjährige Erfahrung im Handel mit orientalischer Kunst. Wir beraten sowohl Sammler als auch Privatpersonen bei der Wertermittlung und dem sachgerechten Umgang mit Antiquitäten.