Antiquitäten richtig fotografieren: So erhalten Sie präzise Schätzungen

Lesezeit: 7 Minuten

Die Qualität Ihrer Fotos bestimmt maßgeblich, wie genau wir Ihren Gegenstand bewerten können. Mit diesen praktischen Tipps erstellen Sie auch mit dem Smartphone professionelle Aufnahmen.

Professionelle Fotografie von antiken Objekten mit korrekter Ausleuchtung
Korrekte Beleuchtung und Perspektive sind entscheidend für aussagekräftige Fotos

Warum gute Fotos so wichtig sind

Bei einer Online-Begutachtung sind wir auf Ihre Fotos angewiesen, um Material, Zustand und handwerkliche Details zu erkennen. Klare, gut beleuchtete Aufnahmen ermöglichen uns eine präzisere Einschätzung und sparen Ihnen Zeit bei der späteren Vor-Ort-Begutachtung.

Die 5 wichtigsten Regeln

1. Natürliches Tageslicht nutzen

Vermeiden Sie Blitzlicht – es erzeugt harte Reflexionen auf glatten Oberflächen wie Glas, Porzellan oder poliertem Silber. Stellen Sie das Objekt tagsüber in die Nähe eines Fensters, aber nicht in direktes Sonnenlicht.

Profitipp: Bewölkter Himmel erzeugt ideales, weiches Licht ohne harte Schatten.

2. Neutraler Hintergrund

Ein farbenfroher Hintergrund lenkt vom Objekt ab und kann Farben verfälschen. Nutzen Sie eine weiße Wand, ein helles Bettlaken oder einen einfarbigen Tisch.

Zu vermeiden: Bunte Teppiche, gemusterte Tapeten oder stark strukturierte Oberflächen.

3. Übersichts- und Detailaufnahmen

Wir benötigen immer beide Perspektiven:

  • Gesamtansicht: Das ganze Objekt inklusive Proportionen
  • Detailaufnahmen: Besondere Muster, Verzierungen, handwerkliche Details
  • Marken & Signaturen: Stempel, Künstlerzeichen, Herstellermarken
  • Rückseiten: Bei Gemälden, Porzellan oder Möbeln

4. Größenvergleich ermöglichen

Auf Fotos ist oft schwer zu erkennen, wie groß ein Objekt tatsächlich ist. Legen Sie einen bekannten Gegenstand daneben oder schreiben Sie die Maße in die Nachricht.

Gute Vergleichsobjekte: Euro-Münze, Feuerzeug, Lineal/Maßband, Standard-Buch

5. Mängel dokumentieren

Transparenz spart allen Beteiligten Zeit. Zeigen Sie Beschädigungen, Reparaturen oder Abnutzungsspuren deutlich. So können wir den Zustand realistisch einschätzen.

Tipps nach Objektkategorie

Teppiche & Textilien

Besondere Anforderungen für textile Kunst

  • Den Teppich komplett auslegen und von oben fotografieren
  • Ecken und Kanten zeigen (Abnutzung, Fransen)
  • Rückseite nicht vergessen (Knotendichte erkennen)
  • Bei Mustern: Nahaufnahme des typischsten Motivs

Silber, Gold & Schmuck

Lichtreflexionen professionell handhaben

  • Indirektes Licht vermeidet Spiegelungen
  • Stempel und Punzen extrem nah und scharf fotografieren
  • Bei Schmuck: Von allen Seiten und angelegt (wenn tragbar)

Gemälde & Graphik

Farbtreue und Details entscheidend

  • Im rechten Winkel zum Bild fotografieren (keine Verzerrung)
  • Rahmen abnehmen, wenn möglich
  • Signatur und Rückseite nicht vergessen

Smartphone-Tipps

Kameraeinstellungen

  • HDR-Modus bei hohem Kontrast
  • Makro-Modus für Detailaufnahmen
  • Manuellen Fokus für maximale Schärfe

Stabilität & Position

  • Auf Stativ oder feste Unterlage legen
  • Im rechten Winkel zum Objekt positionieren
  • Zwei-Hand-Haltung gegen Verwackeln

Ihre Fotos sind bereit?

Senden Sie uns Ihre Aufnahmen für eine unverbindliche Erstbewertung. Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer fachlichen Einschätzung.

Kostenlose Foto-Begutachtung • Schnelle Rückmeldung • Keine Verpflichtung

Häufige Fragen

Reichen Handy-Fotos aus?

Moderne Smartphones liefern bei gutem Licht ausgezeichnete Ergebnisse. Wichtig ist nicht die Kamera, sondern die Beachtung der Grundregeln: Licht, Hintergrund und Perspektive.

Wie viele Fotos sollte ich schicken?

Qualität vor Quantität. 5-8 gut gewählte Aufnahmen (Gesamtansicht, Details, Marken, Rückseite, Mängel) sind meist ausreichend.

Über den Autor

Unser Team verfügt über langjährige Erfahrung im Handel mit orientalischer Kunst. Wir beraten sowohl Sammler als auch Privatpersonen bei der Wertermittlung und dem sachgerechten Umgang mit Antiquitäten.